Ispica

Die Gemeinde Ispica liegt im südöstlichen Teil der Provinz Ragusa. Die Stadt ist auch unter dem Namen Spaccaforno bekannt, der möglicherweise von den lateinischen Begriffen "speca" (Grotte) und "forno" (Ofen), stammt, die die Form einiger Begräbnisstätten nahe bei Behausungen bezeichnen. Eine urchristliche Katakombe beweist, dass die Gegend bereits in spätrömischer Zeit besiedelt war, als die Stadt "Hyspicaefundus" genannt wurde. Im Jahr 1934 erhielt sie ihren späteren Namen Ispica.

Das Stadtgebiet erhebt sich heute auf einem Hügel etwa 7 km vom Meer entfernt, und doch liegen die Ursprünge im Tal, wo sich heute die Ausgrabungsstätten des Parks della Forza und die Grotten Cava d´Ispica befinden. Auf dem Gebiet ließen sich nacheinander die Sikuler, Griechen, Römer und Byzantiner nieder. Die Araber beherrschten zwischen dem 10. Und 11. Jh. bis zur Befreiung durch den Normannenkönig Ruggero d´Altavilla das Gebiet. Unter der Herrschaft der Staufer und der Anjou gab es viele Herren, bis die Gegend zur Grafschaft von Modica fiel.

Ispica
Ispica



Das verheerende Erdbeben von 1693, das einen Großteil von Siziliens Südosten zerstörte, machte auch das Stadtzentrum, das damals im heutigen Cava d´Ispica stand, dem Erdboden gleich. Die Stadt wurde daraufhin in der Nähe der Höhle auf einer flachen Anhöhe wieder aufgebaut. Die ursprünglichen Ansiedlungen wurden jedoch nicht ganz verlassen. Die neuen Stadtviertel hatten breite und gerade Straßen in Schachbrettform und es entstanden herrliche Paläste und barocke Kirchen. Darunter die Kirche Santa Maria Maggiore, die Kirche San Bartolomeo sowie die Basilika della S.S. Annunziata. Zur Zeit des Jugendstils wurden Palazzo Bruno und Palazzo Bruno di Belmonte gebaut.

Die Ausgrabungsstätte von Cava d’Ispica liegt 15 km von der Stadt entfernt in einem Flusstal inmitten der mediterranen Macchia, wo sich die ersten Ansiedlungen der Stadt befanden. Dort befinden sich prähistorische Nekropolen, christliche Katakomben, Gebetsstätten aus Fels, Einsiedeleien von Mönchen, sowie Ansiedlungen unterschiedlichster Art. Am Ende des Tals befindet sich der Archäologische Park della Forza, am Hügel, wo der Fluss Ispica entspringt und wo sich zahlreiche Zeugnisse menschlicher Ansiedlungen aus der Frühzeit bis zum Erdbeben von 1693 finden.
Dank seiner architektonischen Schönheit erhofft sich Ispica als Barockstadt im Val di Noto die Aufnahme in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe.


Sehenswürdigkeiten

  • Basilika di Santa Maria Maggiore
  • Basilika della Santissima Annunziata
  • Mutterkirche San Bartolomeo
  • Kirche Madonna del Monte Carmelo
  • Kirche Madonna delle Grazie
  • Palazzo Bruno di Belmonte
  • Ehemaliger Sitz der Gemeinde und ehemaliges Haus Statella Corso Garibaldi
  • Ehemaliger Markt in Corso Umberto
  • Cava d’Ispica
  • Archäologischer Park della Forza
  • Katakombe San Marco


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