Comiso

Die Gemeinde Comiso befindet sich in einem weiten Tal in den Ibleischen Hügeln, nur etwa 17 km von Ragusa entfernt. Die ersten Hinweise auf Ansiedlungen gehen bis auf die neolithische Zeit zurück, als dort die Sikuler das Land bewohnten. Comiso ist das Erbe der antiken griechischen Kolonie Kasmenai, deren Reste sich in Cozzo di Apollo, einem Hügel in der Nähe des heutigen Stadtzentrums befinden. Danach siedelte die Bevölkerung dahin, wo sich heute die Stadt befindet; nah bei der Quelle der Diana, in deren Umgebung man Reste der Römerzeit fand. Während der byzantinischen Herrschaft wurde die Stadt befestigt. Es entstand eine erste städtische Ordnung und die ersten Kirchen wurden erbaut.

Die Ankunft der Araber brachte neue Entwicklungen mit sich. Während ihrer Herrschaft wurden die Trockenmauern erschaffen, die die Hügellandschaft des gesamten Territoriums prägen. Nach dem Einfall der Invasoren, erlitt die Stadt das gleiche Schicksal wie die anderen ibleischen Städte und 1393 wurde das Lehen der Grafschaft Modica zuerst unter die Herrschaft der Cabrera und dann der Naselli zugewiesen. In dieser Zeit blühte die Stadt wirtschaftlich und architektonisch auf; sichtbar am Bau zahlreicher Klöster. Nach der Erbauung der nahen Stadt Vittoria verließ ein Teil der Bevölkerung Comiso. Die Pest im Jahr 1624 und das Erdbeben von 1693 taten ihr Übriges. Dennoch begann auch nach dem schrecklichen Erdbeben, das ganz Ostsizilien zerstörte, eine Zeit großer architektonischer Wiedergeburt mit der Errichtung von Kirchen, öffentlichen und privaten Palästen im Barockstil.



Während des Faschismus wurde der Militärflughafen eingeweiht, der heute ein ziviler Flughafen ist und ein wichtiger Flugplatz für Sizilien darstellt; vor allem für den Tourismus in der Provinz Ragusa. Damals war eine historische Begebenheit eher unbekannt: Ende 1944 verbreitete sich auf ganz Sizilien eine Bewegung Aufständischer, die gegen die Anwerbung von Soldaten zur Befreiung Kontinentalitaliens protestierten. Die sogenannte Bewegung der “Non si parte” fand besonders in Comiso fruchtbaren Boden, wo die Rebellen die „Unabhängige Republik Comiso“ ausriefen, aber unter Androhungen von Bomben nach einer Woche festgesetzt wurden.

Die Heimatstadt des Schriftstellers Gesualdo Bufalino ist reich an Geschichte und Kultur: von besonderem Interesse die Überreste der Römischen Thermen der Diana, die prähistorischen Tempel sowie die Grotten von Cava Porcaro und das Schloss Aragonese, das Wohnsitz verschiedener Herren war, die die Politik der Stadt lenkten. Die besonders interessante Kirche S. Francesco all’Immacolata geht auf das Jahr 1300 zurück und wurde danach um das Kloster sowie dem Kreuzgang im arabischen Stil ergänzt. Der Dom von Santa Maria delle Stelle brachte nach dem Erdbeben von 1693 mit seinem großen Vorplatz neuen Glanz. Auf einer der Höhen um das Tal von Comiso befindet sich die „Friedenspagode“, eine der wenigen Pagoden in Europa, die von einem buddhistischen Mönch ganz aus weißem Stein erschaffen wurde, um von der ganzen Stadt aus sichtbar zu sein.


Sehenswürdigkeiten

  • Dom von Comiso und Mutterkirche – Santa Maria delle Stelle
  • Basilika Maria SS. Annunziata
  • Kloster San Francesco all’Immacolata
  • Kirche S. Biagio
  • Ehemalige Jesu-Kirche (oder San Filippo Neri)
  • Kirche S. Maria della Grazia (Kapuziner)
  • Friedenspagode
  • Schloss Naselli d’Aragona
  • Kommunalpalast
  • Palazzo Occhipinti
  • Palazzo Iacono-Ciarcià
  • Palazzo Trigona di Canicarao
  • Römische Diana Therme
  • Porcaro-Höhle


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