Ragusa

Ragusa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt im südlichen Teil der Hybläischen Berge. Dank der mannigfaltigen sozio-ökonomischen Gegebenheiten, die zum größten Teil aus dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 1693 hervorgegangen sind, ist sie berühmt für ein reiches kunsthistorisches Erbe und wird als "Insel in der Insel" bezeichnet.
Für die kostbaren Kulturdenkmäler des Barock wurde sie zum Unesco Weltkulturerbe erklärt.

Die Stadt, umgeben von einer grünen Hügelkette und durchquert vom Fluss Irminio, ist in eine moderne Ober- und eine tiefer gelegene Unterstadt, Ragusa Ibla genannt, unterteilt. Ragusa Ibla ging aus den Ruinen der antiken Stadt hervor und wurde nach dem Erdbeben nach dem mittelalterlichen Grundriss wieder aufgebaut.

Im Stadtviertel von Ibla mit dem historischen Ortskern befinden sich über fünfzig Kirchen und zahlreiche Adelspaläste.
Auf einem Hügel erbaut, dominiert der kleine Ort das umliegende Tal mit seinen Bauernhäusern und kleinen Strassen, die vom mächtigen Dom von San Giorgio, höchster Ausdruck ibleischer Barockkunst, beherrscht wird.
Die überaus reich gestaltete Architektur aus örtlichem Kalkstein zeigt verschiedene Voluten, Säulen und Kapitelle, Statuen und unterschiedlichste Ausschmückungen.

Die 18 Unesco Baudenkmäler von Ragusa

  • Kathedrale von S. Giovanni
  • Dom von S. Giorgio
  • Kirche von S. Maria dell'Itria
  • Kirche von S. Maria delle Scale
  • Kirche von S. Filippo Neri
  • Kirche von S. Francesco all'Immacolata
  • Kirche delle Santissime Anime del Purgatorio
  • Kirche von S. Giuseppe
  • Kirche von S. Maria del Gesù
  • Kirche S. Maria dei Miracoli
  • Palazzo Zacco
  • Palazzo Sortino-Trono
  • Palazzo Cosentini
  • Palazzo La Rocca
  • Palazzo Bertini
  • Palazzo della Cancelleria o Nicastro
  • Palazzo Battaglia
  • Palazzo Vescovile Schininà

Das Kastell von Donnafugata

Das Kastell von Donnafugata liegt etwa 15 Kilometer von Ragusa entfernt. Im Gegensatz dazu, was der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine richtige mittalterliche Burg sondern um einen prächtigen Adelssitz des späten 18. Jahrhunderts.

Nach einer Legende gelang es Prinzessin Bianca von Navarra, die vom Grafen Bernat Cabrera, Herrscher über die Grafschaft Modica, gefangen wurde, durch Tunnel unterhalb des Palastes aufs Land zu fliehen. Möglicherweise ist der Name der Burg arabischen Ursprungs; daher rührt auch der Name des Ortes. Man sagt, sie sei auf dem alten Fundament eines Turmes aus dem zweiten Jahrhundert erreichtet worden; ein Teil des Bauwerkes, darunter der Turm, gehen auf die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts zurück, aber der gesamte Komplex des mächtigen Baus ist Baron Corrado Arezzo zu verdanken, der ihn ein Jahrhundert nachdem die Hauptfassade eingesetzt wurde, im neugotischen Stil mit venezianischen Elementen verzieren und die schöne Loggia mit eleganten dreiblättrigen Bögen ausschmücken ließ.

Das Bauwerk erstreckt sich über eine Fläche von 2500m² und verfügt über 122 Zimmer. Die Beletage ist mit dem typischen Mobiliar dieser Epoche ausgestattet; man erreicht sie über eine große Freitreppe aus Pechstein (typisch für das Gebiet um Ragusa, das reich an Pech und Mineralölen ist). Beachtlich sind außerdem der Wappensaal mit Wandfresken großer sizilianischer Adelsfamilien, Spiegelsaal, Musiksaal, Billardsaal mit - eher unwahrscheinlich aus chronologischer Sicht- jedoch faszinierendem Schlafzimmer der Prinzessin von Navarra, wenn man der Legende traut.

Die Zimmer, die Säle und die Gänge sind mit Stuck und Fresken dekoriert. Das Schloss ist umgeben von einem üppigen Park von etwa 8 Hektar mit großen Ficusbäumen und anderen exotischen Pflanzen. In seinem Inneren befinden sich ein Labyrinth, ein runder kleiner Tempel, ein Kaffeehaus und künstliche Grotten.


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